Eine Arbeit, die glücklich macht
Menschen bei ihrer Jobsuche zu unterstützen, ist ihr eigener Traumjob. Beate Westphal und die Idee: ›Keksbank‹. Jeden Tag dieselbe Geschichte: Der Wecker klingelt, aufstehen, duschen, frühstücken, zur Arbeit fahren, Stau. In der Arbeit ankommen, bis abends arbeiten, zurück nach Hause fahren. Noch mal Stau. Essen. Endlich ins Bett gehen und am nächsten Morgen: …und täglich grüßt das Murmeltier.
Ein Albtraum? Nicht, wenn man die richtige Berufswahl getroffen hat. Wenn man mit dem Job zufrieden ist, wenn man seine Projekte spannend findet und daher jeden Tag voller Energie aufwacht.
Sie kennen dieses Gefühl nicht? Dann haben Sie vielleicht Ihren Traumjob noch nicht gefunden. Die kreative Arbeitsfindung ist Beate Westphals Spezialität. Mit Hilfe ihres Programms zur Berufsorientierung untersucht die Berlinerin die Stärken und Wünsche ihrer Kunden und hinterfragt, mit welchen Dingen und Menschen sie sich am liebsten beschäftigen würden. Dadurch kann sie herausfinden, welche Arbeitsplätze am besten zu ihnen passen. Seit zehn Jahren arbeitet sie nicht nur als Berufsberaterin, sondern auch als Keksunternehmerin. Im Kunsthof an der Oranienburger Straße 27 liegt ihre Keksbäckerei wo auch, bei aromatischem Cappuccino und köstlichen, selbstgebackenen Keksen, die Beratungen stattfinden.
Kekse backen und anderen Leuten bei der Traumjobsuche zu helfen, ist auch ihr eigener Traumjob. »Ich möchte bei einer Beratung genug Zeit haben, um berufliche Probleme zu lösen. Ich möchte in einer kreativen und gemütlichen Atmosphäre arbeiten – am liebsten in einem Café. Ich möchte mit motivierten Menschen arbeiten und sie inspirieren. Und ich möchte, dass der Job aus einer wichtigen Leidenschaft entsteht, den Talenten, und nicht aus der Arbeitsmarktsituation oder den Meinungen Dritter«, sagt die Traumjobdetektivin.
Um ihre eigene Berufung zu finden, musste Beate Westphal selbst einen langen Weg gehen. Die Hofbäckerin studierte anfangs Sport und Mathematik. Danach absolvierte sie gleichzeitig das Studium der Wirtschaftswissenschaften und des Kultur- und Medienmanagements. Um ihre Karriere zu finanzieren, ist sie zu einer außergewöhnlichen Idee gekommen: die Bea-Aktie.
Frau Westphal hat eine Aktiengesellschaft gegründet und Aktien an ihre Bekannten verkauft. Insgesamt hat Sie 50.000 DM für ihr Studium gesammelt, welche sie später ihren Investoren zurückgezahlt hat. Das Erlebnis, dass 40 Leute an ihre Talente und Fähigkeiten geglaubt haben und sie dabei unterstützten, wies ihr den Weg zu ihrem Traumjob. »Diese Erfahrung ist mir unter die Haut gegangen«, erklärt sie. »So sehr, dass ich zu diesem Punkt zurückkommen und diese Erfahrung weitergeben wollte. Meine Idee: Andere Menschen auf der Suche nach ihrem Traumjob zu unterstützen und ein besonderes Projekt der Berufsberatung zu starten. Ich wollte für andere das tun, was ich zu diesem Zeitpunkt für mich selbst tat: Traumjobdetektivin sein.« Aber woher konnte sie das Kapital für ihr Projekt nehmen? Die Antwort hat sie in der Idee der ›Keksbank‹ gefunden. Mit dem Verkauf von Keksen für die Konferenztische der Businessleute finanziert sie den Aufbau dieser besonderen Berufsberatung im Talentcafé.
Fast 1.000 Menschen haben schon dank der Keksbank und der Beratung ihren Traumjob gefunden. Für Frau Westphal ist es eine der wichtigsten Sachen im Leben, dieser Berufung zu folgen. »Ich denke, dass jeder Großes schaffen kann, Spaß haben und erfolgreich sein kann – jeder mit seinem eigenen Talent. Denn sobald man aus seinen Talenten seinen Traumjob gemacht hat, wird der Job zur Herzensangelegenheit, die niemand besser machen kann«, sagt die Beraterin, die nach zehn Jahren Erfahrung ein Buch zur Berufsfindung unter den Namen ›Eigentlich wär ich gern… Wie Sie Ihre Talente zum Traumjob machen‹ geschrieben hat.
Nichts freut sie mehr als Menschen, die sich selbst ›Was wär ich gern …?‹ fragen und am Ende sagen können ›Das ist meine Idee!‹. Und wenn man, wie Frau Westphal, aus seiner eigenen Idee einen wirklichen Job gemacht hat, mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient und damit auch noch andere Leute glücklich machen kann, dann ist das nicht nur eine tolle Idee, es ist ein Traum.