Die sprachgeschichtliche Bedeutung des Mohren
Die Mohrenstraße, ihre geschichtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der vergangenen Jahrhunderte bis heute, hält mich in Atem.
Was und wer verbirgt sich hinter dem Wort MOHR? Viele reale Personen und fiktive Gestalten wurden in der europäischen Geschichte als Mohren wahrgenommen. Geographisch –als Mohrenland, in Bild und Wort, in der Heraldik und Wappendarstellung, als Unternehmenslogo, bis hin zu Flora und Fauna….
Der Sarotti Mohr, die schwarze Madonna, die Mohrrübe, die Morchel, der Mohrenfalter oder gar der Mohrenpapagei. Der Begriff Mohr ist eine seit dem Mittelalter verwendete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Der historische Bezug geht auf die Kuschiter und Mauren zurück. Die Gemahlin König Salomons wird 1405 im „Hohelied der Liebe“ von Konrad Kysers als eine lieblich anmutende Frau mit schwarzer, (von der Sonne verbrannter) Haut in seinen Darstellungen erwähnt. Die Königin von Saba ist im romanischen Altar von Verdun und um 1181 im Neuenburger Kloster als schwarze Königin zu sehen.
Was lässt Menschen heute immer wieder den Begriff Mohr als rassistisch und negativ empfinden?
Liebe Frau Kerkhoff, ich verfolge gerne Ihre Kolumne in der avesco Transparent. Ihre Frage, warum der Begriff “Mohr” als rassistisch empfunden wird, stelle ich mir ebenfalls seit vielen Jahren. Nichts war schöner als im Kindesalter herzhaft in einen Mohrenkopf zu beißen. In meiner Kindheitserinnerung verbinde ich damit nur den wunderbar süßen, kariesunterstützenden Geschmack auf der Zunge – mitnichten aber rassistische Gedanken. Die Bezeichnung dieser Süßigkeit als “Schaumkuss” oder “Dickmann’s” finde ich eher banal. Das Trennen von Begrifflichkeiten schaffen wir ja beim “Führer”-Schein auch…warum also nicht beim Mohrenkopf? Herzlichst, Ihre Sybille S. und P.S. schreiben Sie bitte weiter Ihre Kolumne