Die Geburtsstätte von Gustav Sabac el Cher…

… und der tobende Rassenwahn 70 Jahre später.

Die Geburtsstätte von Gustav Sabac el Cher und der tobende Rassenwahn 70 Jahre später. Die märchenhaft schöne Geschichte des Prinz – Albrecht – Palais, sollte eine wechselvolle und tragödienreiche werden. Nicht einmal der Sohn Albrechts, der das Palais für sich und seine Gemahlin 1860-1862 nochmals umbauen ließ, wurde dort glücklich.

Einzig August Sabac el Cher, der kleine nubische Junge, reifte zum Manne und gründete hier seine Familie, die zu hohem Ansehen im musikalischen Bereich gelangte.

Dass gerade unter dieses Dach 1933/34 die Nazis Einzug hielten, nachdem seit 1928 das Gebäude als Gästehaus der Regierung diente, ist erschreckend. Reinhard Heydrich, Chef des Sicherheitsdienstes der SS, lässt sich hier nieder. Rasch werden die Nachbargebäude, Wilhelmstraße 101, 103 und 104 in den Komplex integriert. Die Zentrale des nationalsozialistischen Terrors hatte Einzug gehalten. Im Keller befand sich das ›Hausgefängnis‹ der Gestapo. Der Nachrichtendienst, dessen Hauptaufgabe die Bespitzelung von Bürgern des In- und Auslandes war, agierte vom ehemals glanzvollen Palais aus.

Heinrich Himmler zog in das Hotel Prinz Albrecht. Die geheime Staatspolizei nutzte die ehemalige Kunstgewerbeschule in der Prinz – Albrecht – Straße 8. Bis zu 50 Häftlinge saßen hier ein. Verhört und gefoltert wurde in den Büros der oberen Etagen. Für viele Insassen war dies erst der Beginn eines langen, ungewissen Leidensweges, der oftmals im Konzentrationslager endete.

Und ewig plätschert das Wasser

Kennen Sie diese kleinen Zimmerbrunnen? Marmor-Steine, in die oben ein Loch gebohrt wurde, aus dem das Wasser quillt und gleichzeitig am Stein schlierenförmig in einen tonfarbenen Teller abfließt und dabei irgendwie tropft? Und an deren Seite unauffällig ein Stromkabel hängt?

Irgendwie kommen diese  Brunnen zu einem ins Haus. Geschenkt und begleitet von den besten Erfahrungen (Also, ich liebe das Plätschern, ja sooo beruhigend, und wie gesagt die Luftfeuchtigkeit). Sie laufen die ersten zwei Tage durch. Dann zieht man den Stecker raus. Nach zwei Wochen ist der Kabel dann schon um den Topf gewickelt und auf dem Wasser hat sich so ein kleiner Schleier gebildet. Bald verschwindet das Ding an den Rand des Fensterbrettes, dann ins Regal und nach sechs Monaten schließlich wird es bei Ebay eingestellt.  

Und warum? Weil es nervt. Weil einem der immer gleiche Ton nach kurzer Zeit auf den Nerv geht. Weil man dem kleinen Ungeheuer hilflos ausgeliefert ist. Weil man nichts machen kann außer den Stecker zu ziehen. Weil es eben kein kleines Stück Leben, kein kleines Stück Natur, eher ein Stück Unnatur, ist, so sauber und antiseptisch.

Sehen Sie sich dagegen mal diese Alternativen an:

http://www.brunnenatelier.de/fluidum/galerie/show_gal.php?gallery=2

Die sprachgeschichtliche Bedeutung des Mohren

Die Mohrenstraße, ihre geschichtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der vergangenen Jahrhunderte bis heute, hält mich in Atem.

Was und wer verbirgt sich hinter dem Wort MOHR? Viele reale Personen und fiktive Gestalten wurden in der europäischen Geschichte als Mohren wahrgenommen. Geographisch –als Mohrenland, in Bild und Wort, in der Heraldik und Wappendarstellung, als Unternehmenslogo, bis hin zu Flora und Fauna….

Der Sarotti Mohr, die schwarze Madonna, die Mohrrübe, die Morchel, der Mohrenfalter oder gar der Mohrenpapagei. Der Begriff Mohr ist eine seit dem Mittelalter verwendete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Der historische Bezug geht auf die Kuschiter und Mauren zurück. Die Gemahlin König Salomons wird 1405  im „Hohelied  der Liebe“ von Konrad Kysers als eine lieblich anmutende Frau  mit schwarzer, (von der Sonne verbrannter) Haut in seinen Darstellungen erwähnt. Die Königin von Saba ist im romanischen Altar von Verdun und um 1181 im Neuenburger Kloster als schwarze Königin zu sehen.

Was lässt Menschen heute immer wieder den  Begriff Mohr  als rassistisch und negativ empfinden?