Gleiche Katastrophe, ganz verschiedene Auswirkungen

Das letzte Erdbeben in Chile, mit einer Stärke von 8,8 auf der Richterskala, hat 500 mal mehr Energie freigesetzt als das auf Haiti. Wie kommt es, dass in dem Karibikstaat viel mehr Menschen gestorben sind (230.000 zu 795)?

Die Antwort ist nicht schwer: Die chilenische Baunorm ist sehr streng. Deswegen sind die meisten Häuser nach den strikten Vorschriften für Erdbebensicherheit erbaut worden. Es sind zwar einige Gebäude zerstört worden, es gibt aber mehr Häuser die keinen Schaden genommen haben und dadurch auch keine Menschen unter ihnen begraben wurden.

Auf der einen Seite werden Gesetze zur Bauordnung erlassen, auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, dass diese Gesetze von den Menschen eingehalten werden. Und je reicher ein Land ist, desto eher werden die Vorschriften und Regeln befolgt. Zum Glück sind in Chile diese Normen erfüllt worden und deshalb ist das Land mit einem „blauen Auge“ davongekommen.

Nach dem Beben wurde viel diskutiert, ob man die beiden Länder vergleichen kann. Viele sagen nein, da Haiti arm und Chile eines der reichsten Länder Südamerikas ist. Aber ein Vergleich ist erforderlich, damit man versteht, warum Chile besser vorbereitet war. Man könnte jetzt denken, dass lag an der Tatsache, dass es bereits mehrere Beben gab und man so gewarnt war. Ich denke, man muss aber zusätzlich noch die Ausgangsituation beider Länder betrachten. Chile ist zu Zeiten des Kommunismus auch arm gewesen. Danach ging es stetig bergauf, die Wirtschaft und die Regierung wurden stärker. So konnten bessere Vorkehrungen getroffen werden als in Haiti.

Der folgende Satz von Tim Padgett, Journalist des Time Magazins, beschreibt gut die Situation: “Chile can do things right, Haiti defenders argue, because it’s more developed. Wrong. It’s the other way around: Chile is more developed because it’s doing things right”.

Was denken Sie? Kann Chile die Dinge richtig machen, weil es weiter entwickelt ist? Oder genau anders herum – Ist Chile weiter entwickelt, weil es die Dinge richtig macht?

Die sprachgeschichtliche Bedeutung des Mohren

Die Mohrenstraße, ihre geschichtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der vergangenen Jahrhunderte bis heute, hält mich in Atem.

Was und wer verbirgt sich hinter dem Wort MOHR? Viele reale Personen und fiktive Gestalten wurden in der europäischen Geschichte als Mohren wahrgenommen. Geographisch –als Mohrenland, in Bild und Wort, in der Heraldik und Wappendarstellung, als Unternehmenslogo, bis hin zu Flora und Fauna….

Der Sarotti Mohr, die schwarze Madonna, die Mohrrübe, die Morchel, der Mohrenfalter oder gar der Mohrenpapagei. Der Begriff Mohr ist eine seit dem Mittelalter verwendete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Der historische Bezug geht auf die Kuschiter und Mauren zurück. Die Gemahlin König Salomons wird 1405  im „Hohelied  der Liebe“ von Konrad Kysers als eine lieblich anmutende Frau  mit schwarzer, (von der Sonne verbrannter) Haut in seinen Darstellungen erwähnt. Die Königin von Saba ist im romanischen Altar von Verdun und um 1181 im Neuenburger Kloster als schwarze Königin zu sehen.

Was lässt Menschen heute immer wieder den  Begriff Mohr  als rassistisch und negativ empfinden?